2. Ausführen — Anwendung von biophilem Design in der Praxis und Prototyping mit AR

AR-Prototyping: Visualisierung naturinspirierter urbaner Zukünfte

Nachdem die Lernenden im Rahmen des Design-Thinking-Prozesses ein Neugestaltungskonzept entwickelt haben, gehen sie dazu über, ihre Ideen mit Augmented Reality zu prototypisieren. AR bietet eine spannende Möglichkeit, biophile Visionen zum Leben zu erwecken, indem Lernende natürliche Elemente in einem digitalen Abbild des ausgewählten urbanen Raums platzieren. Diese Phase fördert das räumliche Denken und ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit zuvor konzipierten Designelementen.

Mit Plattformen wie CoSpaces Edu oder Assemblr EDU erstellen die Lernenden interaktive 3D-Visualisierungen, die zentrale biophile Komponenten enthalten. Dazu können baumgesäumte Promenaden, Dachgärten, reflektierende Wasserbecken, natürlich belüftete Korridore oder von fraktaler Geometrie inspirierte Blätterdächer gehören. Ziel ist es, den neugestalteten Raum mit präzisem Augenmerk auf Umweltleistung und Nutzererlebnis zu modellieren.

Aktuelle Studien zeigen, dass AR die Umweltbildung und Kreativität erheblich unterstützen kann, insbesondere wenn Lernende mit Nachhaltigkeitszielen gestalten (Wu et al., 2020). In dieser Übung werden die Lernenden dazu ermutigt, ihre Entwürfe zu kommentieren, die Funktion jedes biophilen Elements zu beschreiben, das zugrunde liegende MINT-Prinzip zu benennen und den erwarteten Nutzen für die menschliche und ökologische Gesundheit darzulegen.

Über das digitale Modellieren hinaus können die AR-Prototypen für Präsentationen und Peer-Reviews genutzt werden, bei denen die Lernenden ihre Designentscheidungen erläutern und verteidigen. Diese reflektierende Phase fördert kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeiten und stärkt die Designkompetenz sowie das Umweltbewusstsein.