2. Prinzipien der Laser-Gewebe-Interaktion

2.2 Rolle der Chromophore und Wellenlängenabhängigkeit

Die Gewebereaktion auf Laserlicht wird maßgeblich durch das Vorhandensein von Chromophoren bestimmt – Molekülen, die bestimmte Wellenlängen absorbieren. Wichtige Chromophoren im biologischen Gewebe sind:

  • Hämoglobin (absorbiert im sichtbaren Bereich),
  • Melanin (breite Absorption von UV bis NIR),
  • Wasser (starke Absorption im mittleren bis fernen Infrarot).

Die Auswahl der Laserwellenlänge ist daher entscheidend. Zum Beispiel werden grüne und blaue Laser (Wellenlängen um 488–532 nm) leicht von Hämoglobin absorbiert, wodurch sie ideal für die Visualisierung und das gezielte Ansteuern von Blutgefäßen sind. Nahinfrarotes Licht (700–1400 nm) dringt aufgrund geringerer Absorption und Streuung tiefer ins Gewebe ein und eignet sich daher gut zur Bildgebung subkutaner Strukturen, wie etwa bei der Optischen Kohärenztomographie (OCT) oder der Laser-Doppler-Flowmetrie (LDF) (Albrecht et al., 2013; De Miguel & Martínez, 2023).