2. Umsetzung – Die Rolle von Augmented Reality bei der Gestaltung von Städten für das Zusammenleben
Augmented-Reality-(AR)-Anwendungen können die Initiative „Städte für das Zusammenleben gestalten: Wildtiere und urbane Räume“ erheblich unterstützen, indem sie komplexe ökologische Konzepte greifbar machen und Empathie sowie ein Verantwortungsbewusstsein bei Schülern fördern. Durch das Überlagern digitaler Informationen mit der realen Welt verwandelt AR die gebaute Umgebung in ein interaktives Klassenzimmer und überbrückt so die Lücke zwischen abstrakten biologischen Prinzipien und deren praktischer Anwendung in der Stadtplanung (Wang & Li, 2020).
2.2 Reale Studien und praktische Übungen
Sinnvolle Integration von AR in praxisorientiertes Lernen findet weltweit bereits statt, insbesondere in Bereichen wie Umwelt- und Stadterziehung. Diese Beispiele zeigen, wie AR Schülerinnen und Schüler über passives Beobachten hinaus zu aktivem, kreativem Problemlösen inspiriert durch die Natur anregen kann.
Eine Fallstudie in Oslo, Norwegen, bezog Jugendliche in den „Oslo Trees“-Plan zur Pflanzung von 100.000 neuen Bäumen ein. Mithilfe von AR konnten die Schülerinnen und Schüler vor Ort und im großen Maßstab eigene Planungsvorschläge entwickeln. Diese praxisnahe, AR-unterstützte Aktivität erhöhte nicht nur ihr Verständnis für Stadtplanung und -gestaltung, sondern vermittelte ihnen auch ein Gefühl von Kontrolle und Selbstvertrauen bei der Präsentation ihrer Ideen. Dieses Modell ist direkt auf das Coexistence Design übertragbar, bei dem Schülerinnen und Schüler wildtierfreundliche Infrastrukturen vorschlagen und visualisieren könnten (Reaver, 2023).
Durch die Integration dieser Funktionen und Aktivitäten wird eine AR-Anwendung zu einem leistungsstarken Bildungsinstrument, das es den Lernenden ermöglicht, die „unsichtbaren“ Verbindungen in ihrer urbanen Umgebung zu erkennen, das Gestalten mit der Natur zu üben und zu aktiven Mitgestaltern harmonischer Städte für alle Arten zu werden.