2. Ausführen — Anwendung von biophilem Design in der Praxis und Prototyping mit AR
Design Thinking Challenge: Neugestaltung urbaner Räume mit biophilen Prinzipien
Die kreative Anwendung biophiler Prinzipien beginnt mit der Fähigkeit, Räume durch eine problemlösende Perspektive zu beobachten, zu kritisieren und zu verbessern. Design Thinking, eine strukturierte, menschenzentrierte Methodik, bietet hierfür einen robusten Rahmen. Design Thinking wird häufig in Bildung, Ingenieurwesen und Architektur eingesetzt und fördert Innovation durch Empathie, Ideenfindung, Prototyping und Iteration. Nachhaltigkeit und gebaute Umwelt ermutigen Lernende, komplexe Herausforderungen zu bewältigen, indem sie ökologisches Wissen mit kreativer Erkundung kombinieren (Leal Filho et al., 2024).
Diese Aktivität führt Lernende durch einen Design Thinking-Zyklus, während sie einen bestehenden urbanen Raum neu gestalten – sei es in ihrer lokalen Umgebung oder in einem fiktiven Kontext. Der Prozess beginnt mit einer kritischen Bewertung der aktuellen Einschränkungen des Standorts. Dazu können Hitzebelastung, schlechte Belüftung, fehlende Vegetation, undurchlässige Oberflächen oder geringe Biodiversität gehören. Aus dieser Analyse heraus definieren die Lernenden einen Satz von Bedürfnissen oder Designherausforderungen, die Umwelt- und menschliche Prioritäten widerspiegeln.
Die Ideenfindungsphase führt biophile Lösungen ein: Strategien, die von der Natur inspiriert sind, um Probleme wie Überhitzung, schlechte Luftqualität oder soziale Isolation zu lösen. Basierend auf den im 14 Patterns of Biophilic Design (Browning et al., 2014) beschriebenen Prinzipien werden die Lernenden ermutigt, direkte und indirekte Verbindungen zur Natur zu berücksichtigen, einschließlich Begrünung, Wasserfeatures, Materialauswahl und räumlichen Konfigurationen, die ein Gefühl von Zuflucht oder Aussicht fördern. Lösungen können das Einführen von schattigen Aufenthaltsbereichen mit Baumkronen, die Integration von grünen Wänden zur Verbesserung der Luftqualität und des thermischen Komforts oder die Einbindung von Wasserkanälen zur Aufnahme und Steuerung von Regenwasser umfassen.
Als Teil ihres kreativen Outputs entwickeln die Lernenden einen konzeptionellen Plan für den neugestalteten Raum, wobei sie den Zugang zu Tageslicht, natürliche Luftströmung, Biodiversitätskorridore und sensorische Interaktion mit organischen Materialien in den Fokus stellen. Diese Ideen werden durch biophile Prinzipien und STEM-bezogene Analysen informiert, beispielsweise durch die Anwendung von Geometrie zur Optimierung des Layouts, Biologie zur Auswahl geeigneter Pflanzenarten und Physik zur Planung passiver Belüftungsstrategien.
Um diesen Prozess weiter zu unterstützen, bietet das Global Wellness Institute (2018) einen praxisnahen Rahmen dafür, wie biophiles Design das Wohlbefinden der Gemeinschaft durch Zugang zur Natur, verbesserte Mobilität und sensorische Vielfalt fördern kann. Diese Richtlinien ermutigen Designer, ganzheitlich zu denken und urbane Räume nicht nur als physische Infrastruktur, sondern als Orte für Gesundheit, emotionale Verbindung und Umweltresilienz zu betrachten.
Letztlich fördert diese Herausforderung das Verständnis von biophilem Design als wissenschaftliches und menschenzentriertes Unterfangen, das technisches Denken, Empathie und Kreativität erfordert, um reale urbane Probleme zu lösen.