1. Erforschen – Grundlagen biobasierter Baustoffe
Die Bauindustrie ist ein bedeutender Verbraucher von Ressourcen und Energie. Angesichts globaler Umweltprobleme wächst die Nachfrage nach nachhaltigen Baupraktiken. Biobasierte Baustoffe bieten einen vielversprechenden Weg zu umweltfreundlicherem Bauen. Diese Materialien werden aus lebenden Organismen, hauptsächlich Pflanzen, gewonnen und stellen eine Alternative zu herkömmlichen, energieintensiven Materialien wie Beton und Stahl dar.
1.2 Wo werden sie angewendet?
- Holz (Timber): Eines der ältesten Baumaterialien, Holz ist vielseitig, stark und ein natürlicher Isolator. Ingenieurholzprodukte wie Brettsperrholz (CLT) und Brettschichtholz (BSH) ermöglichen den Bau von hohen, großspannenden Gebäuden, die zuvor nur mit Stahl oder Beton möglich waren.
- Anwendungen: Tragende Rahmen, Wände, Fußböden, Verkleidungen, Dämmung.
- Bambus: Ein schnell erneuerbares Gras mit außergewöhnlichem Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht, vergleichbar mit Stahl bei Zugbelastung. Es wächst schnell und benötigt minimale Ressourcen.
- Anwendungen: Gerüste, tragende Elemente, Fußböden, Wandpaneele, Dachdeckung.
- Strohballen: Gepresste Ballen aus landwirtschaftlichen Abfällen (z.B. Weizen-, Reisstroh), die als Wandfüllung verwendet werden und hervorragende Dämmung und thermische Masse bieten.
- Anwendungen: Nichttragende Wände, Dämmung.
- Hanfbeton (Hempcrete): Ein Biokompositmaterial aus Hanfschäben (dem holzigen Kern der Hanfpflanze), Kalk und Wasser. Es ist leicht, atmungsaktiv und besitzt ausgezeichnete thermische sowie akustische Dämmungseigenschaften.
- Anwendungen: Nichttragende Wände, Dämmung, Boden-/Dachfüllung.
- Myzel: Die Wurzelstruktur von Pilzen. Myzel kann um landwirtschaftliche Abfälle herum gezüchtet werden, um leichte, feuerfeste und dämmende Blöcke oder Paneele zu bilden.
- Anwendungen: Dämmplatten, Akustikplatten, nichttragende Elemente.