3. Medizinische Diagnoseanwendungen der Lasertechnologie
3.2 Optische Kohärenztomographie (OCT)
OCT ist eines der am weitesten verbreiteten laserbasierten Diagnoseverfahren, insbesondere in der Augenheilkunde. Es nutzt kohärentes, nahinfrarotes Licht mit geringer Kohärenz, um hochauflösende, Querschnittsbilder von Gewebemikrostrukturen zu erzeugen. Die Technik basiert auf Interferometrie, bei der rückgestreutes Licht aus verschiedenen Gewebetiefen mit einem Referenzstrahl verglichen wird und so detaillierte Bilder erzeugt werden, die in ihrer Struktur dem Ultraschall ähneln, jedoch Licht statt Schall verwenden. OCT kann die Schichten der Netzhaut sichtbar machen, Makuladegeneration erkennen und den Verlauf eines Glaukoms mit Mikrometerpräzision verfolgen.
Über die Augenheilkunde hinaus wird OCT zunehmend in der Kardiologie (z. B. zur Darstellung von Koronarplaques), Dermatologie (Hautkrebs-Screening) und Zahnmedizin (zur Bewertung des Zahnschmelzes oder zur Karieserkennung) eingesetzt (Albrecht et al., 2013). Die berührungslose, schnelle Bildgebung macht sie zu einem bevorzugten Instrument für empfindliche oder sensible anatomische Bereiche.