Wie Licht biologische Systeme beeinflusst

Menschliche Wahrnehmung und Verhalten

Die korrelierte Farbtemperatur (CCT) und das thermische Empfinden sind wesentliche Faktoren, die Innenräume beeinflussen und erheblichen Einfluss auf den Komfort, den Stress und die Arbeitsleistung der Nutzer haben. Effekte der Beleuchtung auf die Arbeitsleistung, den Stress und das thermische Empfinden in der Arbeitsumgebung (Erkan et al., 2025). Die korrelierte Farbtemperatur (CCT) beschreibt das Erscheinungsbild des Lichts einer Quelle in Bezug auf ihren Farbton. Sie wird üblicherweise nach Wärme oder Kühle kategorisiert: Niedrigere CCT-Werte entsprechen wärmerem, gelblichem Licht, während höhere Werte kühleres, bläuliches Licht anzeigen (Liu et al., 2022).

Abbildung 4. Gehirn und thermisches Empfinden, Quelle: https://www.waseda.jp/top/en/news/83173

Die subjektive Wahrnehmung der thermischen Umgebung durch den Einzelnen ist entscheidend für den Nutzerkomfort und steht in engem Zusammenhang mit der Arbeitsleistung in Innenräumen (Soto et al., 2022). Die Berücksichtigung individueller Präferenzen beim thermischen Empfinden ist besonders in Arbeitsumgebungen wichtig, um Komfort und Produktivität zu fördern. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die sich an ihre thermischen Bedingungen anpassen, größeren Komfort, höhere Arbeitszufriedenheit und verbesserte kognitive Leistungen erfahren (Yeganeh et al., 2018).

Stress ist die Reaktion des Körpers auf Unsicherheit oder bestimmte Anforderungen. Er verläuft typischerweise in Alarmreaktion, Widerstand und Erschöpfung. Diese Phasen spiegeln die physiologischen Bemühungen des Körpers wider, mit Stress umzugehen, und sind durch die Ausschüttung von Cortisol, eine erhöhte Herzfrequenz und die Sekretion von Adrenalin gekennzeichnet. Bleibt der Stressor ungelöst, kann der Körper in die abschließende Erschöpfungsphase eintreten (Seley, 1956).

In Arbeitsumgebungen bezeichnet Stress die physiologischen und psychologischen Reaktionen, die Menschen erleben, wenn sie Anforderungen oder Belastungen wahrnehmen, die ihre Bewältigungsfähigkeit übersteigen (Awada et al., 2023). Dieser Stress kann sich in verschiedenen körperlichen Symptomen äußern, darunter erhöhte Herzfrequenz, hoher Blutdruck, Muskelverspannungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte kognitive Leistungsfähigkeit (Askaripoor et al., 2018). Hohe Stresslevel am Arbeitsplatz können die Arbeitszufriedenheit, Produktivität und Leistung erheblich beeinträchtigen. Übermäßiger Stress kann zudem zu negativen Folgen wie verringerter Motivation, eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit, geringerer Kreativität und erhöhter Abwesenheit führen (Altindag, 2020).

Das Elektroenzephalogramm (EEG) und die Herzfrequenzvariabilität (HRV) werden häufig zur Beurteilung von Stress eingesetzt (Diaz et al., 2019). Das EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirns und liefert Einblicke in kognitive und emotionale Prozesse im Zusammenhang mit Stress (Choi et al., 2015). Die HRV hingegen erfasst die Zeitintervalle zwischen den Herzschlägen und zeigt an, wie das autonome Nervensystem Stress reguliert (Kaklauskas et al., 2011). Durch die Nutzung von EEG und HRV als objektive Indikatoren versuchen Forscher im Bereich der Neuroarchitektur, die physiologischen Reaktionen auf unterschiedliche Licht- und Temperaturbedingungen in Innenräumen besser zu verstehen (Li et al., 2023).