In dieser Phase wenden die Schüler das Gelernte über Gen-Editing an, indem sie an praktischen, technologiegestützten Aktivitäten teilnehmen. Augmented-Reality (AR)-Werkzeuge wie ARGV (Augmented Reality Gene View) und Human Genome AR werden eingesetzt, um den Schülern zu helfen, genetische Prozesse auf visuelle und interaktive Weise zu erkunden.

Die Schüler beginnen mit szenariobasierten Aufgaben, bei denen sie fiktive, aber realistische Situationen analysieren, die Gen-Editing beinhalten. Zum Beispiel könnten sie darüber nachdenken, die DNA eines menschlichen Embryos zu bearbeiten, um eine genetische Krankheit zu verhindern, Pflanzen so zu verändern, dass sie dem Klimawandel standhalten, oder Tierpopulationen zu modifizieren, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verringern. Mit ARGV können die Schüler Gensequenzen sehen, den CRISPR-Cas9-Prozess simulieren und mögliche Ergebnisse genetischer Veränderungen erkunden. Dies hilft ihnen, wissenschaftliche Methoden mit ethischen Entscheidungen zu verbinden.

Eine wichtige Aktivität im Unterricht ist das Rollenspiel eines Bioethik-Ausschusses. Jeder Schüler erhält eine Rolle, zum Beispiel als Wissenschaftler, Ethiker, Politiker oder Patient. In Gruppen diskutieren die Schüler CRISPR-Fallstudien und entscheiden, ob eine Gen-Editing-Maßnahme erlaubt sein sollte. AR-Werkzeuge unterstützen diese Diskussionen, indem sie zeigen, welche Gene betroffen sind und welche Konsequenzen verschiedene Entscheidungen haben könnten. Diese Aktivität fördert Kommunikationsfähigkeiten, Zusammenarbeit und kritisches Denken.

Eine weitere Gruppenaufgabe ist die Erstellung eines „Ethical Impact Passport“ für ein fiktives Gen-Editing-Projekt. Die Schüler arbeiten im Team, um die Vorteile, Risiken und sozialen Folgen ihrer vorgeschlagenen genetischen Intervention zu beschreiben. AR-Visualisierungen helfen den Schülern, ihre Ideen klar zu erklären und ihre Präsentationen für die Mitschüler ansprechender zu gestalten.

Während der gesamten Unterrichtseinheit werden AR-Simulationen mit Reflexionsarbeitsblättern kombiniert. Die Schüler notieren ihre Beobachtungen, Vorhersagen und ethischen Bedenken, während sie mit DNA-Modellen interagieren. Dies fördert ein tieferes Verständnis und hilft den Schülern, kritisch über die langfristigen Auswirkungen des Gen-Editings auf Menschen, Ökosysteme und zukünftige Generationen nachzudenken.