Abb. 2. Bioremediation, Quelle: https://tinyurl.com/pbdykp7a

Bioremediation ist ein nachhaltiger und biologisch gesteuerter Ansatz, der lebende Mikroorganismen, hauptsächlich Bakterien, Pilze, Algen und Archaeen, einsetzt, um Umweltverschmutzungen abzubauen, zu entgiften oder in weniger schädliche Formen umzuwandeln. Während Bioremediation traditionell mit Bodenverschmutzung in Verbindung gebracht wird, hat sie sich in einem breiten Spektrum von Umweltkontexten als wirksam erwiesen, darunter kontaminiertes Wasser, verschmutzte Luft und sogar radioaktive Abfallstandorte. In Wassersystemen werden beispielsweise ölabbauende Bakterien und nährstoffverbrauchende Algen eingesetzt, um Ölverschmutzungen und eutrophe Seen zu reinigen. Zur Luftreinigung nutzen Biofilter mikrobielle Biofilme, um flüchtige organische Verbindungen (VOCs) und schwefelhaltige Gase aus Industrieabgasen aufzufangen und biologisch abzubauen. Darüber hinaus ist die radioaktive Bioremediation ein aufkommendes Forschungsfeld, bei dem extremophile Mikroben wie Geobacter und Deinococcus radiodurans hinsichtlich ihrer Fähigkeit untersucht werden, radioaktive Elemente zu immobilisieren oder umzuwandeln. Der zunehmende Einsatz mikrobieller Konsortien und gentechnisch veränderter Stämme hat das Potenzial der Bioremediation für komplexe und schwer abbaubare Schadstoffe weiter erweitert. Laut Singh und Strong (2022) hat die Integration von Omics-Technologien und bioinformatischen Werkzeugen die Spezifität, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit mikrobieller Eingriffe bei der Umweltreinigung erheblich verbessert. Angesichts der zunehmenden globalen Herausforderungen durch Umweltverschmutzung bietet die Bioremediation eine kostengünstige, energiearme und ökologisch wiederherstellende Alternative zu herkömmlichen chemischen und mechanischen Sanierungsmethoden.