Sobald die Grundlagen gelegt sind, wird das Lernen praktisch. Die Studierenden betreten ein virtuelles Labor mit erweiterter Realität, in dem sie Prozesse sehen können, die normalerweise unsichtbar sind. Ein 3D-Modell menschlichen Gewebes schwebt vor ihnen. Sie zoomen in das Bild hinein, bis sie die zelluläre Ebene erreichen, wo Stammzellen bereit sind, gelenkt zu werden.

Die AR-Umgebung stellt Aufgaben. In einer davon ist ein Herzmuskel nach einem Herzinfarkt beschädigt worden. Die Studierenden erhalten die Aufgabe, Stammzellen anzuwenden, um den beschädigten Bereich zu regenerieren. Sie ziehen die Zellen an die richtige Position und beobachten, wie sich das Gewebe langsam repariert. In einer anderen Mission behandeln sie einen Patienten mit Leukämie, indem sie Stammzellen aus dem Knochenmark transplantieren. Schritt für Schritt erzählt die AR, was passiert: Die Stammzellen teilen sich, werden zu gesunden Blutzellen und der Patient wird gesund.

Diese digitalen Missionen spiegeln reale medizinische Anwendungen wider. In Europa beispielsweise haben Ärzte bereits Stammzellen in Patienten mit Hornhautschäden transplantiert, um deren Sehvermögen wiederherzustellen. In Laboren weltweit experimentieren Wissenschaftler mit Stammzelltherapien für Parkinson und Rückenmarksverletzungen.

Durch diese Übungen memorieren die Studierenden nicht nur Fakten, sondern erleben Wissenschaft. Und weil das AR-System sofortiges Feedback gibt, wissen sie sofort, ob sie die richtigen Stammzellen gewählt, sie korrekt angewendet oder ob etwas schiefgelaufen ist.
Um die Erfahrung zu festigen, führt jeder Studierende ein digitales Laborjournal, in dem Erfolge, Herausforderungen und Reflexionen notiert werden. Gruppenarbeit und Diskussionen mit Gleichgesinnten stärken den Geist der Zusammenarbeit und verwandeln das virtuelle Labor in ein gemeinsames Lernabenteuer.